Geht Doch! Junge Menschen In Der Selbsthilfe
Shownotes
Hut ab, Michael kommt tatsächlich am Samstag Morgen mit dem Zug von Trier nach Bad Dürkheim, zu mir zur Podcastaufnahme, herzlichen Dank dafür. Er ist "Mitgruppenleiter" bei den jungen Menschen im Kreuzbund in Trier und erklärt gleich mal warum sich niemand von der "Standardvorstellung" in Selbsthilfegruppen, abschrecken lassen sollte.
Michael erfährt während seiner Therapie durch TherapeutInnen einiges über Selbsthilfegruppen und hat dann wie er sagt, einfach mal auf deren Rat gehört und ging hin. Relativ bald merkt er, daß ihm Selbsthilfegruppen gut tun und findet nach einem Umzug nach Trier seine Gruppe beim Kreuzbund. Aus seiner Geschichte, mit seinen persönlichen Lebenserfahrungen wächst sein Wunsch Hilfesuchenden, Unterstützung zu bieten, es macht ihm Freude seine Entwicklung Anderen zur Verfügung zu stellen.
Wir reden über den Weg in die Sucht und aus der Sucht, die Hintergründe und wie wichtig es ist, auch nach Therapie "am Ball" zu bleiben. Schublade auf, Suchterkrankung rein, Schublade zu, erledigt, funktioniert nicht, da sind wir uns einig. Immer wieder wird deutlich wie hilfreich Selbsthilfegruppen sind, wie gut es tut, sich mit Menschen auszutauschen die uns verstehen und uns so annehmen wie wir sind.
Wir finden auch Faktoren die junge - und ältere suchtkranke Menschen miteinander verbinden, in der Hauptsache ist es ein tatsächliches Interesse am jeweils anderen, interessiertes Zuhören, Neugier an dessen Lebens Welt und die Begegnung auf gleicher Augenhöhe. Genau das sind die Faktoren, die Jung und Alt ermöglichen, sich in der selben Gruppe wohlzufühlen.
Auch mal "keinen Bock" auf Gruppe zu haben, ist normal und wer trotzdem in die Gruppe geht wird meist belohnt, dass ist die Magie der Gruppen, die entsteht wenn jeder etwas einbringt, daraus entwickelt sich der "Spirit" der die Selbsthilfe lebendig hält.
Zum Abschluss suchen wir noch Antworten auf die Frage, was brauchen junge Menschen in der Gruppe ? Keine steifen Strukturen und ein ganz praktisches Übungsfeld, z.B. wir gehen zusammen feiern oder zusammen ins Restaurant und geben uns damit einen sicheren Rahmen. Humor zulassen, auch mal abdriften und die Faktoren wie oben schon genannt sind unser Ergebnis.
Ganz herzlichen Dank an Michael für deine Offenheit und Bereitschaft, dich hier mitzuteilen. Schön, dass es dich gibt !
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